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Gasshuku April 2008

Traditionsgemäß wurde nun schon zum 6. mal unser jährliches Gasshuku veranstaltet. Der ersten Bedeutung des Wortes Gasshuku, zusammen zu wohnen, wurde wie die Jahre zuvor in der Schwaige des Klosters Steingaden nachgegangen. Der weiteren Bedeutung, schwierige Zeiten zu überstehen, sollte viel geistig wie auch körperlich anstrengendes Training gerecht werden.

Abgelegen und umgeben von Wäldern des Allgäus versammelten sich die Karateschüler mit Meister Takashi Nakajima zum Abendessen. Erstmals nahmen dieses mal auch Schüler von Nakajima-Sensei aus seiner Neuaubinger Karategruppe Sho Ki Kai teil. Zu diesem Zeitpunkt begannen sich alle vom Alltag der letzten Tage zu lösen um den Eigenschaften eines Gasshuku nachzugehen und alle Situationen bewusst zu erfahren.

Nach der Abendstärkung begann das Training - es ging sofort mit anspruchsvollen Partnerübungen los. Nakajima-Sensei variierte das Ayuchi zu noch geistig und körperlich fordernden Kampfübungen. Jeder musste mit jedem kämpfen und damit auch jeden erfahren. Spätestens nach den 2 Stunden Training auch sich selbst. Da wir das Maximum unserer Körperkräfte eingesetzt hatten, waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Fensterscheiben von innen zu beschlagen. Das Training war jedoch noch nicht zu Ende. Einigen Ki-Übungen zum "Energietanken" folgten, die Kata Heian-Yondan sowie einige Grundschul- und Kombinationstechniken. Diese wurden anschließend wieder mit dem Partner im Kampf vertieft.

Der Samstag Morgen begann mit einem freiwilligen Morgenlauf um sieben. Die Sonne löste allmählich die tief liegenden Nebelschwaden auf und das herrliche Bergpanorama ließ für einen kurzen Moment den Muskelkater vergessen. Einem gemeinsamen Frühstück folgend, begann das Samstagstraining. Nach ausgiebigem Aufwärmtraining wurden gestrige Ayuchi-Übungen wiederholt und erneut variiert. Kampfgeistgeladene Techniken forderten alle Betroffenen zu höchster Konzentration und starkem Durchhaltewillen. Erste Ermüdungserscheinungen machten sich nach zweistündigem Training bemerkbar, die mit diversen Ki-Übungen kompensiert wurden.

Nach kurzem Aufwärmen wurden die Kumiteübungen fortgesetzt. Es folgte ein Bunkai zur Kata Bassai-Sho, um den eigenen Geist auch von anderer Seite zu beanspruchen. Nach ca. dreistündigem Training ohne Pause bildete eine Form der Stehmeditation den krönenden Abschluss, das so genannte Ritzu-Zen. Die Arme bilden in Gesichtshöhe eine imaginäre Baumumarmung. Nakajima-Sensei stand die 15 Minuten Meditation unberührt vor uns, während unser Wille den körperlichen Grenzen unterlag und niemand mehr seine Arme die ganze Zeit über auf dieser Höhe ausharren lassen konnte. Nach dem Training versuchten viele Ihre harten und trägen Muskeln im Badebecken zu lockern. Das anschließende gemeinsame Abendessen wurde ausgiebig und gesellig im ca. 350 Jahre alten Klosterbräustüberl in Steingaden genossen.

Die Nacht war ruhig - das Umdrehen im Bett wurde in Ausnahmefällen nur unter einer gehörigen Portion Schmerz durchgeführt. Nach dem Frühstück sollten die bereits 7.5 Stunden Training fortgesetzt werden. Selbst das Aufwärmtraining half nur noch bedingt die Muskulatur zu lockern. Neben den Partnerübungen wurden verstärkt auch Übungen aus der Hocke durchgeführt um die Muskulatur weiter zu betäuben. Mit der Kata Heian Yondan und Sochin, sowie diversen Ki und Lockerungsübungen, endete das zweistündige Training schließlich. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns wohlig erschöpft, aber rundum zufrieden von unserem diesjährigen Gasshuku mit dem guten alten japanischen Weisheit: „Gasshuku schön, wenn durchgestanden“.

Wir möchten uns bei Allen bedanken, die mit der Organisation und Durchführung dieses Wochenendes betraut waren und natürlich besonderen Dank an unseren Trainer Takashi Nakajima-Sensei, der uns durch unserere schwierige Zeit unermüdlich und ausdauernd durch alle Trainingseinheiten begleitet und motiviert hat.

Matous Sedlacek, 1.Dan

 
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