Bei der Festlegung unseres Sommer-Eltern-Kind-Wanderwochenende hatten wir einmal mehr ein glückliches Händchen: Nach einer Woche mit Kälte und Regen wartete ein traumhaftes, herrliches, verlängertes Sonnen-Wochenende auf uns. Vom 12.08.16 bis 15.08.16 trafen sich 8 Familien auf unserer Hütte in Spitzingsee, so dass wir insgesamt 32 Personen waren. Geplant hatten wir mit voller Hüttenbelegung, jedoch mussten leider kurzfristig zwei Familien u.a. wegen eines Wasserschadens absagen. Besonders freute uns, dass wir auch wieder eine „neue“ Familie dabei hatten.

2016 08 01kl

1. Tag: Freitag, 12.08.16:

Eine Wanderung hatten wir für diesen Tag noch nicht geplant; wir trafen uns daher alle erst am späten Nachmittag auf der Hütte. 2016 08 03klNach schnellem Bettenbeziehen und Einrichten erkundeten die Kinder sofort die Hütte und das Gelände und fühlten sich schnell heimisch.

2. Tag: Samstag, 13.08.16:

Unsere erste Tour hatte die Ankelalm als Ziel. Dies bedeutete auch für die jüngsten „Nachwuchswanderer“, dass mehr als 500 Höhenmeter zu überwinden waren. Von Neuhaus aus ging es über die traumhaft schönen Josefstaler Wasserfälle hinauf zum Kessel unterhalb der Brecherspitz, in dem malerisch die Ankelalm liegt. Der Pfad führte uns zunächst nur leicht ansteigend in den märchenhaften Buchenwald hinein. Nach nur 10 Minuten erreichen wir bereits den ersten Wasserfall. 2016 08 02klÜber eine Felsnase ergießen sich hier zwei, etwa 12m hohe rauschende Ströme in ein flaches Becken. Von hier ging es nun deutlich steiler und stufig aufwärts, wir passierten weitere Wasserfälle und Gumpen, bevor wir aus dem Wald traten und uns auf einer Lichtung wiederfanden. Der hier ruhig vorbei fließende Bach ist an dieser Stelle breit, nicht tief und eignete sich hervorragend zu einem kurzen "Pritscheln". Anschließend ging es über eine kleine Holzbrücke weiter und wir folgten dem befestigten Stockeralm- bzw. Bockerlbahnweg und trafen wenig später auf einen alten Wagen der Bockerlbahn, der am Rand des Weges steht. So konnten sich auch die Kleinsten gut vorstellen, wie früher hier Holz ins Tal transportiert wurde. Einige Zeit später verließen wir den Bockerlbahnweg und zweigten zur Ankelalm ab. Der breite Schotterweg führt nun deutlich ansteigend in Serpentinen durch den Wald aufwärts. An lichten Stellen können wir immer wieder hinab auf Neuhaus oder hinüber zum Breitenstein und Wendelstein blicken. Nach etwa einer Stunde steilem Fußmarsch endete der Wald und wir wanderten in einer großen Kehre in einem freien, von Felsbrocken übersäten Almgelände auf die auf 1.311 m Höhe zauberhaft gelegene Ankelalm zu. So mancher ältere Schuh gab hier den Geist auf und musste vom netten Ankelalm-Wirt mit einem festen Tape repariert werden.2016 08 05kl Einige Kinder nahmen den direkten Weg über das steinige Geländer auf die Alm zu. Oben machten wir ausgiebig Brotzeit, die Kinder konnten spielen und die männlichen Erwachsenen genossen bei einem kühlen Weißbier den herrlichen Blick auf die Brecherspitz und gegenüber auf den Wendelstein. Von der Ankelalm ging es zunächst auf dem Aufstiegsweg talwärts, wir sparten uns den Bockerlbahnweg und blieben auf dem breiten Wirtschaftsweg und marschierten so zurück nach Neuhaus bis zur Josefstaler Straße, unserem Ausgangspunkt.

Zurück auf der Hütte wurden aus Playmais großartige Kunstwerke gefertigt und die Kinder in die Kunst des Paracord-Knüpfens eingeführt. Schnell beherrschten sie die Technik besser als die Erwachsenen. Später wurde gegrillt und der Abend klang auf der Terrasse aus.

3. Tag: Sonntag, 14.08.16:

Am nächsten Tag wanderten wir zur Burgruine Hohenwaldeck oberhalb des Schliersees hinauf. Die Kinder erkundeten die Reste der Burg, die Erwachsenen genossen die Aussicht auf den See und den Ort Schliersee, das umgebende Panorama sowie fern am Horizont auf München.2016 08 04kl Auch unser gestriges Ziel, die Ankelalm, konnten wir von hier oben gut erkennen. Anschließend ging es durch den schattigen Wald über Oberleiten hinunter nach und zum Schliersee. Nach kurzem Aufenthalt an der Badestelle ging es mit dem Schiff zurück nach Neuhaus zum Ausgangspunkt, wo unsere Autos standen. Zurück auf der Hütte ging es für viele noch zum Spitzingsee, die einen fuhren Tretboot oder badeten im See, die anderen genossen am Ufer ein wohlverdientes Eis. Anschließend wurden von den Kindern auf der Hütte wieder fleißig Armbänder, Schlüsselanhänger oder Gürtel aus Paracord-Seilen geknüpft. Abends grillten wir wie gewohnt und als die Kinder im Bett waren, folgte wieder der gemütliche Teil des Wochenendes auf der Terrasse.

4. Tag: Montag, 15.08.16:

Am letzten Tag stand zunächst die obligatorische Hütten-Putzaktion an, die selbstverständlich wieder reibungslos klappte. Herzlichen Dank allen Teilnehmern, dass ihr die Hütte so ordentlich hinterlassen habt! Anschließend brachen wir zur letzten gemeinsamen Unternehmung auf. Da wir erst gegen Mittag starten konnten, wurde die Abschluss-Tour etwas gemütlicher:

Wir fuhren mit den Autos zum Bahnhof Bayrischzell, um von dort aus zum Bergcafé Siglhof zu wandern. Unser Weg fiel teilweise mit dem Wendelstein-Männlein-Weg zusammen, der besonders für Kinder die Wanderung sehr kurzweilig werden lässt: kurz nach dem Start ging es über eine Brücke über einen Wasserfall. Von der Brücke aus hatte man einen tollen Blick auf die tiefsten Gumpen im Bach. Weiter ging es am Totholz-Steig entlang. Dort ist auf mehreren Schildern zu lesen, wie wichtig totes Holz, Baumstümpfe, Äste und umgefallene Bäume für den Wald sind. Wer ganz aufmerksam war, hat auch einige Spechtlöcher entdeckt. Anschließend kamen wir zum Parapluie (franz. Schirm), einem kleinen, runden Brotzeitunterstand und einem neu errichteten Aussichtsturm, der natürlich sofort erklommen werden musste, sowie einer Almattrappe. Es folgte ein kurzer Anstieg zum Abenteuerspielplatz an der Grünen Gumpe, an dem wir kurz Pause machten und die Kinder ein wenig plantschen konnten. Der letzte Anstieg endet nach etwa 20 Minuten am Bergcafé Siglhof in Hochkreuth. Neben dem Café befindet sich ein Spielplatz mit einem echten Oldtimer-Traktor und einer Gondel. Die Erwachsenen genossen das fast kitschige Panorama und stärkten sich bei Kaffee und Kuchen während die Kinder den Spielplatz stürmten und kaum Zeit für ein Eis hatten. Der Rückweg nach Bayrischzell führte uns kurz, aber steil, durch den Wald hinunter. Zurück am Bahnhof hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen.

Zusammenfassend war das Wochenende rundum gelungen und sehr erholsam. Wir haben viel gelacht und hatten jederzeit sehr viel Spaß. Unfälle und Verletzungen blieben glücklicherweise aus!

Wir freuen schon auf unsere nächsten Eltern-Kind-Wochen!
Eure Eltern-Kind-Organisatoren Tine und Christian Wingarde